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Begriff Definition
Umlageverfahren

Die gesetzliche Renten­versicherung finanziert ihre Leistungen seit 1957 im Umlageverfahren (Generationenvertrag). Vor der großen Rentenreform 1957 war sie kapital­dedeckt. Die Umgestaltung und die damit ver­bundene Erhöhung der gesetzlichen Renten (von 30 Prozent bis auf 75 Prozent) hätten zwangsläu­fig zu einer wesentlichen Erhöhung der Rentenversi­cherungsbeiträge geführt. Diese Folgen waren politisch nicht gewollt. Deshalb wurde das be­stehende Kapitaldeckungsverfahren durch das Umla­geverfahren abgelöst. Das Umlagever­fah­ren wurde eingeführt, obwohl bekannt war, dass dieses Verfahren an seine Grenzen stoßen kann, wenn die Beitragseinnahmen zurückgehen oder die Ausgaben sich wesentlich erhöhen.

Für die Finanzierung der betrieblichen Altersvorsorge gibt es grundsätzlich zwei Finanzie­rungsfor­men, nämlich das Umlage–und das Kapitaldeckungsverfahren. Die Leistungen von Pensionskassen (z. B. VLB, ZVK) werden teilweise noch umla­gefinan­ziert. Beim Umlageverfahren wer­den im Gegensatz zum Kapitaldeckungs­verfahren wäh­rend der Anwart­schaftsphase keine ausrei­chenden Rücklagen gebildet, son­dern die laufenden Leistungen werden zu einem großen Teil aus den aktuel­len Beiträgen finanziert. Bleibt von den Beiträgen ein Rest üb­rig, fließt er in die Li­quida­tionsrücklagen. Grund­satz ist: Es wird kein Kapi­talstock gebildet, der ertragsbringend an­ge­legt (Zinsen mit Zinses­zinsen) werden könnte. Man lebt praktisch von der Hand in den Mund.

Stagnieren beim Umlageverfahren die Beitragseinnahmen oder sind sie rückläufig kann es zu er­heblichen Finanzierungsschwierigkeiten kommen. Mit einem Umlageverfahren wird nicht nachhal­tig vorge­sorgt. Unternehmen, die Versorgungs­zusagen im Umlageverfahren erteilt haben, soll­ten des­halb im gesetzlichen Rahmen ein ausreichendes Finanzpolster bil­den. Möglichkeiten zur ange­messe­nen Vor­sorge gibt es durch eine volle (kon­gruente) ðRückdeckungsver­si­cherung.

Die Di­rektversicherungen und die Pensionsfonds sind kapitalgedeckt; ebenso die Pensionskassen mit Ausnahme der umlagefinanzierten Pensionskas­sen (z. B. VBL/ZVK).

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